Internet-Sexsucht beim Partner

Internet-Sexsucht beim Partner
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„Ich weiss nicht mehr was ich noch tun soll. Mein Mann sitzt täglich stundenlang am Computer und konsumiert einschlägige Internet-Sex-Seiten. Es wird immer schlimmer und mittlerweile vernachlässigt er alles, was mit seiner Sucht nichts zu tun hat, also Familie, Freunde, Hobbies und sogar seinen Job.

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Ich habe ihn schon mehrmals darauf angesprochen, aber ich komme irgendwie nicht zu ihm durch. Er wiegelt ab und meint, so schlimm sei es nicht und überhaupt liest er ja nur die Tagesnachrichten. Ich weiss aber dass das nicht stimmt. Er liest keinerlei Nachrichten und es interessiert ihn auch gar nicht. Und wenn ich ihm dann irgendwelche News erzähle, dann hat er meist keine Ahnung.

Jetzt weiss ich nicht was ich tun soll. Es kann ja so nicht weitergehen. Er bewegt sich nur noch in seiner eigenen Welt und die Familie interessiert ihn überhaupt nicht mehr. Auch auf seinen Chef schimpft er, es gab da wohl einen Vorfall, bei dem ihm Konsequenzen angedroht wurden. Dort ist es also auch schon fünf vor zwölf.“

Maria-Lara, 41 (Bonn)

 

Was ist Internet-Sexsucht?

In erster Linie handelt es sich hier um eine Sucht, mit allen negativen Konsequenzen. Und die sind bei allen Arten der Sucht gleich: jemand steigert sich in etwas hinein und verliert die Kontrolle darüber. In der Folge kann man damit nicht mehr aufhören und vernachlässigt darüber alles andere.

Diesem Muster folgt auch die Internet-Sexsucht. Was harmlos mit dem Anschauen eines Pornos beginnt, steigert sich schnell und kann ungesunde Ausmasse annehmen. Letzteres ist vor allem dann der Fall, wenn sich Prioritäten verschieben und der Internet-Sexkonsum plötzlich wichtiger ist als die Familie oder der Beruf. Spätestens dann sollte man die Reissleine ziehen.
 

Woran erkennt man Internet-Sexsucht?

Das einmalige Anschauen eines Erotikfilms ist sicher unproblematisch. Häufig beginnt es aber genau damit und dann lässt sich die Sucht irgendwann nicht mehr kontrollieren.

Internet-sexsüchtig ist man aber spätestens dann, wenn sich der Lebensmittelpunkt nur noch um die Sucht dreht. Die folgenden Punkte sind typisch für Internet-Sexsüchtige und können als Kriterien für diese Art Sucht herangezogen werden:

– sie haben ein schier unüberwindbares Verlangen, Sexseiten im Internet anzuschauen

– sie nutzen jede Gelegenheit und jede freie Minute, um im Internet Erotik zu konsumieren

– sexuelle Kontakte im realen Leben verlieren an Wert und Bedeutung

– sie verlieren langsam die Kontrolle über Ihr Internetverhalten

– sie haben schon oft versucht, Ihre Sucht zu überwinden und die Nutzung von Sexseiten zumindest einzuschränken

– wenn sie auf Ihre Sucht angesprochen werden reagieren sie gereizt und verneinen, ein Problem zu haben

– es ist für sie äusserst problematisch, wenn Sie an der Nutzung von Internet-Sex gehindert werden, zum Beispiel durch Ausfall des Internet oder Urlaubsabsenzen

– auf Entzug reagieren sie gereizt und ausfallend

– sie verlieren nach und nach das Interesse an allem, was nichts mit Internet-Sex zu tun hat, vor allem die Familie, den Freundeskreis, die Arbeit

– sie ziehen sich mehr und mehr in eine Scheinwelt zurück und vereinsamen

Ist der letzte Punkt erst einmal erreicht, gibt es kaum ein Zurück. Die Schäden sind bereist immens und lassen den Süchtigen noch stärker in die Sucht flüchten. Der Freundeskreis hat sich schon längst zurückgezogen, der Job wurde gekündigt und die Familie droht mit ernsthaften Konsequenzen, falls das nicht sofort aufhört.
 

Vor allem Angehörige leiden

Wie bei allen Arten der Sucht, leiden auch hier vor allem die Angehörigen. Sie spüren die Vernachlässigung und haben keinen Einfluss mehr auf den Süchtigen. Nach aussen versucht man den Anschein vom glücklichen Familienleben noch lang aufrecht zu erhalten, bis auch dies irgendwann nicht mehr möglich ist.

Doch zum Glück kommt es nur selten zu dieser allerletzten Konsequenz. Meist merken die Süchtigen selbst, dass ihr Verhalten selbstschädigend ist. Viele Internet-Sexsüchtige merken selbst, dass etwas nicht stimmt und versuchen, den Internet-Sexkonsum zumindest einzuschränken. Einigen gelingt das auch ganz gut, während andere wiederum nach einem Rückfall umso mehr ihrer Sucht frönen.
 

Welche Wege gibt es aus der Internet-Sexsucht?

Um es brutal auszudrücken: da hilft nur absoluter Verzicht. Ihr Partner muss sich bewusst werden, dass er in einer Scheinwelt lebt, dass der Sex im Internet unrealistisch und unecht ist. Dass er sich eigentlich selbst betrügt.

Und er muss sich darüber im Klaren werden, dass er im realen Leben einiges zu verlieren hat. Sex im Internet ist all dies sicher nicht Wert.

Ganz wichtig ist auch, dass sie als Paar wieder zu einem realen Sexualleben zurückfinden. Das ist zu Beginn meist nicht einfach, weil der Sex im realen Leben kaum noch genügend Stimulation für einen Internet-Sexsüchtigen bietet und weil schlicht kein Sexualpartner mehr verfügbar ist. Die eigene Ehefrau oder Freundin hat es meist schon aufgegeben oder lehnt aus Frust und Verärgerung sexuelle Kontakte ab. Warten Sie, bis Ihr Partner das Gespräch sucht und sich ganz offiziell als Süchtiger outet. Helfen Sie Ihrem Partner und vermeiden Sie Vorwürfe oder Schuldzuweisungen.
 

Gibt es externe Beratungsstellen?

Sollten Sie den Weg aus der Sucht nicht als Paar gemeinsam schaffen, oder lehnt Ihr Partner jegliche Unterstützung ab und verkriecht sich immer mehr hinter dem Computer, dann helfen nur noch externe Stellen. Hier eignen sich psychologische Therapeuten sowie Sexual- oder Suchtberater.

Möglicherweise hilft auch ein Gespräch mit Gleichgesinnten. Zumindest in grösseren Städten gibt es zu diesen Themen mittlerweile anonyme Gesprächsrunden.

In Einzelfällen kann auch eine vorübergehende medikamentöse Behandlung mit Antidepressiva sinnvoll sein.
 

Fazit

Die Internet-Sexsucht des eigenen Partners kann für Betroffene sehr belastend sein. Hinzu kommt das Gefühl der Ohnmacht, das Gefühl, nichts tun zu können. Als Partner können Sie versuchen, behutsam Einfluss zu nehmen. Den ersten Schritt aus der Sucht muss der Betroffen jedoch selbst tun. Ist dieser Schritt erst einmal getan, können Sie als Partner unterstützen und Hilfe anbieten. Den Weg zu einer normalen Sexualität in der Partnerschaft können Sie nur gemeinsam meistern.

Wir wünschen Ihnen dabei viel Erfolg!
 
 

Siehe auch:

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